Von Wilfried Arimont
Inhalt:
Hallo lieber Leser, liebe Leserin,
willkommen in Telepolis - der schönen bunten Online-Welt.
Zunächst sei mir gestattet Dich zu Duzen, ich halte das hier so. Als nächstes
dann einen Glückwunsch; Du hast die technischen Schwierigkeiten, die erste
Hürde auf dem Weg in den Info-Stau, schon gemeistert - sonst wärst
Du nicht hier. Jetzt noch ein dezenter Hinweis auf die Menge Text, die Dir bevorsteht:
Du brauchst den ganzen Kram nicht "online" zu lesen, sondern speicherst
alles mit dem Browser ab, und liest dann anschließend in Ruhe "offline".
Fangen wir also an
Den Beitrag über Smileys und Emoticons gibt es hier auch ausführlich mit Beispielen und Erklärungen auf einer Extra-Seite
In den Foren der Online-Dienste, in den Newsgroups und auch per E-Mail unterhält man sich
per Tastatur, also das geschriebene Wort ersetzt das Gespräch von face to
face (von Angesicht zu Angesicht). Dabei kommen natürlich Mimik, Gestik,
Stimmlage usw. nicht 'rüber, leicht wird da ein ironisch gemeinter Text völlig
falsch verstanden.
Aus diesem guten Grunde werden die Smileys und Emoticons eingesetzt, sie ersetzen
das, was man dem puren Text nicht entnehmen kann. Mein Lieblingssmiley ist natürlich
:-) wenn Du Deinen Kopf nach links neigst, dann erkennst Du ein lachendes
Gesicht, der Schreiber freut sich also.
Wenn Ironie im Spiel ist, wird ;-) ein Äuglein zugekniffen, und
wenn der Schreiber sauer ist, dann endet ein Satz so :-(
Die Abkürzungen erfüllen den gleichen Zweck. Sehr beliebt ist <g>,
es bedeutet 'grinsen'. Mir gefällt <gd&r> (grin, duck and run - grinsen,
ducken und wegrennen) am besten, weil es einer liebevollen Stichelei folgt.
Eine Liste mit vielen Smileys findest Du im
inoffiziellen Smiley Verzeichnis (englisch).
Mit diesem Wissen können wir jetzt losziehen und die Cyberwelt des Internet erobern, aber da taucht erst mal die Frage auf:
Puhh, beides ist gigantisch <g>, sowohl das Internet als auch die sich
bietenden Möglichkeiten.
Das Internet ist ein Computernetz, das aus vielen einzelnen Computernetzen besteht.
Die einzelnen Computer, die das Netz bilden, nennt man Server (Diener). Sie
halten die Unmengen von Informationen bereit, die Du zu Hause mit Deinem Computer,
dem Client (Kunde), abrufen kannst. Dabei ist es phantastischerweise ganz egal,
mit welchem Computer Du Dich ins Netz wählst - ob PC, Mac oder sonstwas
spielt keine Rolle :-)
Entstanden ist das ganze 1969 aus dem Arpanet, ein militärisches Netzwerk
der USA, die sich so vor einer Zerstörung ihrer Daten- und Kommandostruktur
durch einen atomaren Angriff der Russen schützen wollten.
Später klinkten sich die Wissenschaftler ein, bis auch 1984 die Uni
Dortmund als erste deutsche Einrichtung vernetzt war.
Das WWW ist also nur ein Teil des Internet, aber der schrillste und auch der
bekannteste, und das liegt mit Sicherheit an seiner bunten grafischen Oberfläche,
und mit eben dieser bietet es Dir eine Fülle von sogenannten Homepages.
Von den Softwareriesen Microsoft
und IBM
über Organisationen und Vereine bis zur schmucken Heimstätte eines
privaten Anwenders ist alles zu haben.
Von wichtig über nutzlos bis völlig abgedreht - da bleibt kein Auge
trocken ;-)
Ein anderer, ebenfalls beliebter Teil des Internets ist das Usenet mit seinen
Newsgroups. Es gibt kein Thema, welches nicht in einer oder mehreren Newsgroups
behandelt wird. Wer sich mit Informationen eindecken, und/oder sich mit
Gleichgesinnten in Diskussionen austauschen möchte, der ist dort
goldrichtig.
Suche im
Usenet mit DejaNews
(Google).
Um den Rahmen nicht zu sprengen, bleibe ich hier beim WWW.
Es entstand erst 1990 im Kernforschungszentrum
Cern (Schweiz) und erlöste die Anwender von kryptischen Zeichen bei
der Datenübertragung. Die Art der revolutionären neuen Kommunikation
ist Dir sicher schon bekannt:
Es ist das http, das
hypertext transfer protocol. Wenn Du
also in Deinem Browser (das Programm, mit dem Du die WWW-Seiten betrachtest,
z.B. Netscape-Navigator oder Internet-Explorer) einen URL (Uniform
Resource Locator - eine Internet-Adresse) eingibst der mit
http:// anfängt, dann hast Du damit die Art der Datenübertragung
festgelegt.
Die entscheidende Möglichkeit, die Dir das WWW bietet, versteckt sich im
Namen des Protokolls:
Schlicht und ergreifend ist Hypertext die geniale Möglichkeit
sogenannte Verweise, auch Links genannt, mit der Maus anzuklicken, und so zum
begehrten Ziel zu finden. Vielleicht ist Dir diese Möglichkeit nicht ganz unbekannt, die Windows-Hilfsprogramme nutzen diese Technik auch. Übrigens: Du erkennst einen Link meistens daran, daß er blau und unterstrichen ist, das muß aber nicht immer so sein. Du erkennst einen Link, das kann z.B. auch eine Grafik sein, aber stets daran, daß der Cursor sich über ihm in eine Hand
verwandelt.
Mich fasziniert Hypertext ohne Ende, mittlerweile bin ich ein regelrechter
Fan davon.
Es wird nicht lange dauern, diese Vision sei mir gegönnt,
dann wird alles im Computerbereich unter HTML mit Hypertext funktionieren.
Zu HTML, der 'Sprache' des WWW, kommen wir später noch.
Tja, aber da jede Medaille zwei Seiten hat, gibt es bei Hypertext natürlich auch einen
(kleinen) Nachteil: Man kann sich total verzetteln und regelrecht verlaufen.
Jedem Verweis folgt ein Verweis der einen Verweis nach sich zieht und immer so
weiter. Am Ende weißt Du nicht mehr, wo Du angefangen hast, und was Du überhaupt
wolltest. <g>
Wenn Du Dich mal so dermaßen im WWW verrannt hast, brauchst Du aber nicht
Deinen Computer zu 'resetten', dann helfen Dir die 'Bookmarks' oder 'Adreßbücher'
Deines Browsers weiter.
Wenn Du eine interessante Startbahn für Deine Internet-Streifzüge
gefunden hast, z.B. den Suchdienst
Yahoo, dann kannst Du z.B. bei dem Netscape-Browser mit 'Bookmarks/Add Bookmark'
(Favoriten bei Internet Explorer) diesen Platz in Deinem Adreßbuch speichern,
und durch einfaches anklicken immer wieder dorthin zurückkehren.
Aber wie findet man sich in diesem Internet-Dschungel zurecht ?
Tja, entweder Du kennst
die Zieladressen oder Du bedienst Dich einer der vielen kostenlosen :
Ausführliche Informationen - mit sehr guter Beschreibung der einzelnen Suchdienste - findest Du in der Suchfibel von Stefan Karzauninkat
Die klassischen Suchmaschinen bedienen sich der beiden ersten Sucharten, Yahoo!
ist z.B. ein Katalogsystem mit zusätzlicher Stichwortabfrage (beide Varianten
gemischt) und Alta Vista eine reiner Robot-Dienst.
Bei der Benutzung von Katalogen muß man sich erst für einen Ober-Suchbegriff
entscheiden, beispielsweise für Arts (Kunst), nach dem Anklicken kommst
Du in ein Unterverzeichnis, dort habe ich mich für Painting (Malerei) entschieden,
im nächsten dann für Artists (Künstler). Von den dort aufgelisteten
Malern habe ich mich für Richard
Thomas Davis entschieden, da im superknappen Erklärungstext fotorealistische
Bilder versprochen wurden. So funktionieren die Kataloge, also immer von Verweis
zu Verweis bis das Ziel gefunden ist. Übrigens bin ich von Richard Thomas
nicht enttäuscht worden :-)
Bei den robotgestützten Suchmaschinen funktioniert die Suche nach Stichworten.
Es geht ganz leicht, einfach
Deinen Suchbegriff in das Formularfeld eintippen, und den "Suche"-Knopf zum
abschicken drücken. Schon nach kurzer Zeit bekommst Du die Antworten
präsentiert.
Du wirst schnell herausfinden, daß Du die Suche beeinflussen kannst, denn
es ist möglich, nur einen bestimmten Teil des Internet (z.B. nur das WWW)
nach dem Begriff abgrasen zu lassen, oder die Zahl der angezeigten Antworten
zu beschränken. Selbstverständlich kannst Du auch bei amerikanischen
Suchmaschinen deutsche Suchbegriffe eingeben.
Um nicht von der Antwortauswahl erschlagen zu werden, solltest Du Deinen Suchbegriff
möglichst präzisieren. Wenn Du also ein bestimmtes Softwareprogramm
suchst, empfiehlt es sich anstatt einfach 'Software' einzugeben, den genauen
Namen des Programms zu nennen.
Um die Trefferquote weiter zu erhöhen kannst Du auch gleichzeitig mehrere
Suchbegriffe eingeben und sie logisch miteinander verknüpfen. Dazu zwei kurze
Beispiele:
Der Suchbegriff: +nacht +film -"filmnacht" (bei Lycos)
präsentiert Dir die gefundenen Einträge zu Nacht und zu Film, aber nicht
zu Filmnacht.
image:wilfried.jpg als Begriff eingegeben , sollte Dir eine Auswahl von Seiten
mit Bildern von diversen Wilfrieds liefern. <g>
Genauere Infos über die vielen Möglichkeiten der Verknüpfungen
erhältst Du bei den Suchmaschinen unter dem Begriff 'Help' oder 'Hilfe'.
Die Daten für ihre Suchmaschinen holen sich die großen Anbieter
übrigens mit Hilfe von Robots. Diese Robots sind vollautomatische Programme,
die überall in den Netzen umherschwirren und sich auf alles Neue stürzen
und Wort für Wort abspeichern, oder durch die Anwender selbst, die ihre
Homepage anmelden.
Es ist schon Wahnsinn, das Suchen der Daten, deren Eingliederung in Datenbanken,
und auch die Auswertung - alles geschieht automatisch.
Kleiner Tip am Rande: Wenn Du schon eine eigene Homepage Dein Eigen nennst, kannst Du sie bei den Datenbanken kostenlos anmelden, irgendwo ist da immer ein kleiner Verweis nach dem Motto 'Add URL' oder ähnlich versteckt.
Die dritte Gruppe, die Agenten, sei nur kurz erwähnt. Hier handelt es sich um Programme, oft Zusätze (Plug In) für die Internet-Browser, die in Deinem Auftrag beispielsweise von Dir bestimmte Seiten auf Veränderungen überwachen.
- Deutschsprachige Angebote:
Google (http://www.google.de/)
Yahoo! (http://www.yahoo.de/)
Das Deutsche Internet Verzeichnis
(http://web.de/ )
DINO Deutscher Internet
Organisator (http://www.dino-online.de/)
Private Homepages (http://home.pages.de/)
Fireball (http://www.fireball.de/)
Speedfind (http://www.speedfind.de/)
Deutsche Meta-Suchmaschine
(http://meta.rrzn.uni-hannover.de/)
- vorwiegend englischsprachige Angebote:
Yahoo! (http://yahoo.com/)
Google (http://www.google.com/)
AltaVista(http://altavista.com/)
Lycos (http://www.lycos.com/)
WebCrawler (http://webcrawler.com/)
HotBot (http://www.hotbot.com/)
Der wichtigste Teil des Internet ist jedoch nicht das bunte WWW, sondern:
E-mail ist die 'elektronische Post'.
Im Gegensatz zu unserer herkömmlichen Methode, Post zu verschicken (snail-mail
- Schneckenpost), ist E-mail viel schneller und billiger! :-)
Es ist wirklich kaum zu glauben, aber wahr: Dein Schreiben erreicht den
Empfänger in Hong Kong, Amerika oder sonstwo in der großen weiten Welt
innerhalb weniger Sekunden (bei Leitungsproblemen kann es auch schon mal etwas länger dauern)
- und das zu einem unschlagbaren Preis!
Billiger und weniger umständlich als snail-mail ist es allemal, die Zeiten
des ekligen Geschmacks auf der Zunge vom Briefmarken abschlecken sind vorbei.
So wird die Cyberwelt wirklich zum globalen Dorf, die E-Mail-Kontakte, die ich
bisher knüpfen konnte, hätte ich ohne Internet nie bekommen.
Alles was Du zum mailen brauchst, sind neben dem Netzzugang ein E-Mail-Programm,
Deine E-Mail-Adresse als Absender, z.B. name@domain.com, und eine Empfängeradresse.
( Ich bin schon öfter danach gefragt worden: Wie bekomme ich dieses Zeichen
@ (at - gesprochen: ätt) hin ? Das geht mit der "Alt Gr"-Taste
rechts neben der Leertaste und dem "Q" gleichzeitig.)
Deine E-Mail Adresse erhältst Du von Deinem Provider, das ist entweder
ein Online-Dienst wie z.B. T-Online oder ein lokaler Provider in Deinem Ort.
Aber auch Vereine, Organisationen und nicht zuletzt die Universitäten bieten
den begehrten Internetanschluß.
Zumindest bei den Online-Diensten wird das Mail-Programm gleich mitgeliefert,
es gehört zum Angebot. Wenn Du ein eigenständiges Programm brauchst,
kann ich Dir Eudora und
Pegasus empfehlen. Aber
auch die zu den Browsern gehörenden E-Mail Programme Netscape-Messenger
oder Microsoft-Outlook sind absolut brauchbar.
Mehr über E-Mail: www.mailhilfe.de
(Grundlagenwissen, Programmvorstellungen, Tips und Tricks...)
Um keinen endlosen Roman zu schreiben, lasse ich hier das hochinteressante Usenet außen vor. Bleiben wir im WWW und seiner 'Sprache':
HTML ist die Abkürzung für Hypertext Markup Language, und eine Dokumentensprache, keine Programmiersprache.
Alles was Dir im WWW so über den Weg läuft, ist in HTML eingebunden -
Texte, Grafiken, Musik, und Videos - die ganze Multimedia-Palette.
Einen ersten Eindruck von HTML bekommst Du, wenn Du Dir in Deinem Browser die
aufgerufene Seite als HTML Dokument anzeigen läßt. Bei Netscape
klickst Du dazu "View", und dann "Document Source" an, im Internet Explorer findest Du unter "Ansicht" die Option "Quelltext anzeigen".
Wenn Du Dich ein bißchen eingelesen hast, werden Dir die HTML tags, so
heißen die Kommandos, schnell einleuchten. Es ist ganz leicht zu erlernen. Die beste
deutsche Dokumentation zu HTML hat Stefan Münz geschrieben, nach seinem
wunderbar nachzuvollziehenden Kompendium habe ich selbst spielerisch diese
Sprache gelernt.
Glücklicherweise stellt Stefan sein Werk 'HTML-Dateien
selbst erstellen' jedem Interessierten kostenlos auf seiner Homepage
zur Verfügung. Auch von hier aus ein Dankeschön an Stefan !
Vielleicht fragst Du Dich (oder mich <g>) jetzt, was Du mit HTML am Hut hast, Du bist doch nur Anwender (neudeutsch: User). Wenn Du mich fragst, aber nicht mehr lange, denn jeder kann hier im WWW kostenlos seine eigenen Werke veröffentlichen. Und zwar auf der eigenen:
Mittlerweile bieten fast alle Internet-Provider neben dem Internet-Zugang auch dazu gehörenden Speicherplatz an. Sehr oft gibt es gleich umfangreiche Anleitungen und entsprechende Software dazu.
Aber auch für alle anderen steht kostenloser Speicherplatz zur Verfügung!
:-) Hier bekommst Du beispielsweise 100 MB kostenlosen Speicherplatz: www.fortunecity.de
Viele weitere Anbieter von kostenlosen Homepages: free.webhostlist.de
Aber um Deine eigene Homepage zu erstellen mußt Du gar kein HTML-Profi
sein, denn mittlerweile gibt es ganz ordentliche HTML-Editoren, die Dir viel
Arbeit abnehmen, z.B. Ulli
Meybohms HTML-Editor Phase 5 (deutsch) oder 1st
Page 2000 (englisch) und viele andere.
Die nächste Generation der Editoren ist auch schon verfügbar. Diese
beherrschen inzwischen WYSIWYG (What You See Is What You Get - Was Du siehst,
bekommst Du auch). Das bekannteste Programm ist z.Z. Frontpage von Microsoft,
aber z.B. auch der im Netscape eingebaute Composer funktioniert so und etliche
andere auch. Unterschiedlich gut sind schließlich verschiedene Editoren
auch, wenn es gilt, größere Projekte bequem und zentral verwalten
zu können.
Die Möglichkeiten, die Dir eine eigene Homepage bietet sind enorm, egal
ob ernst oder durchgeknallt, Du erreichst ein Millionenpublikum! Sei Dir dessen
aber auch bewußt. So neugierig ich auch bin, warum manche Menschen ihr
privates Tagebuch veröffentlichen, kann ich nicht nachvollziehen.
Was gehört denn nun auf eine private Homepage und was nicht ? Die Geschmäcker
sind halt verschieden, aber Homepages (auch Site genannt) mit interessanten
Inhalten zu ausgewählten Themen, finden den größten Zuspruch.
Aber auch kuriose Seiten erfreuen sich großer Beliebtheit, richtig berühmt
geworden ist die Kaffeemaschine
der Uni Cambridge. Zu jeder Tag- und Nachtzeit läßt sich dort
der aktuelle Pegelstand abfragen. ;-))
Eines kann ich Dir schon verraten, Deine Homepage wird nie fertig! <g> Immer gibt es
was zu ändern und zu feilen und, und, und....
Wenn Du bis hier alles tapfer gelesen hast, kannst Du mit dem Begriff Internet schon eine ganze Menge anfangen. Um endgültig mitreden zu können brauchst Du nur noch zu wissen:
Das Netz der Netze wird ja oft und gerne als Datenhighway oder Datenautobahn
bezeichnet. Das ist ein schöner Begriff um ein Beispiel zu geben.
Stell Dir einfach die ganzen Leitungen zwischen den angeschlossenen
Computern (Server) als Straßen vor, von der Dorfgasse bis zur Rennstrecke
Autobahn. Auf diesen Straßen sind nun die Daten unterwegs - die Gassen
bieten nur wenig Platz, bei Hochverkehr geht alles nur ganz langsam vorwärts,
oder es geht gar nichts mehr.
Die Autobahnen bieten da schon mehr, aber wie Du weißt wird es da auch
immer enger.
Große finanzstarke Anbieter können sich einen eigenen Zubringer zur
Autobahn leisten, oder ihnen gehört sogar ein Stück der Autobahn, da sind
Daten also sehr schnell. Kleinere sind nur über mehrere kleine Straßen
angebunden, da dauert es halt länger mit dem Datentransport.
Die Auffahrtsstraßen sind noch Telefonleitungen, da hängt dann jeder mit seinem Modem (oder ISDN-Karte) dran - der Anbieter mit seinem Server und wir "User" mit dem Client. Und nur für dieses Stück Telefonleitung fallen auch die Telefongebühren an. Für Dich bedeutet das: Egal ob Du eine Homepage in Deutschland, Australien oder Japan besuchst - egal ob Du E-Mails nach Köln, New York oder Moskau sendest; die Kosten bleiben immer gleich! Ja, wir können tatsächlich zum Ortstarif die ganze (virtuelle) Welt besuchen.
Seit einiger Zeit wird auch Internet-Telefonsoftware angeboten, d.h. bei entsprechender Ausrüstung (Soundkarte, Mikrofon, schnelles Modem, Software) kannst Du mit Deinem Gesprächspartner, gleiche Software vorausgesetzt, irgendwo auf dieser Welt zum Ortstarif plaudern wie am Telefon.
Das alles würde aber nicht funktionieren, wenn jeder einzelne der vielen Anwender den gewünschten Server direkt anwählen würde, so wie bei einer direkten Telefonverbindung. Dann wäre für alle anderen ja der Server und dessen Leitung besetzt. Daher werden alle Daten im Internet in viele kleine Pakete gepackt.
Einfach mal angenommen, ich würde Dir eine E-mail senden: Ich schreibe
also den Text, fülle das Feld mit der Empfängeradresse aus, gebe meine
E-mail-Adresse als Absender an, und schicke es los. Für uns unsichtbar wird
nun mein Text von einem Programm in lauter kleine Pakete aufgeteilt, jedes
einzelne erhält eine Art Verpackung, Deine Empfängeradresse und meine
Absenderadresse.
Diese Pakete schwirren nun los, und suchen sich den günstigsten Weg, um
Dich zu erreichen. Dabei kann es vorkommen, daß einzelne Pakete eine ganz
andere Strecke zurücklegen als die übrigen. Ein höherliegendes
Protokoll bringt dann alles wieder in die richtige Reihenfolge, und ruft vermißte
Pakete nochmals bei mir ab.
Genaugenommen legen die Datenpakete auf dem Weg zu Dir aber noch Zwischenstops
ein. Die Zwischenstationen nennen sich Router, und der Weg der Daten über
diese nennt man Routing. Sicher interessiert Dich, ob man den Weg, den ein Datenpaket
geht, auch feststellen kann? Ja, das geht mit dem interessanten Befehl TRACERT <Domainadresse>.
Wenn du z.B. Win95 benutzt und eine Internet Verbindung aufgebaut hast, kannst
Du in das MS-DOS Fenster wechseln und dort am DOS-Prompt z.B. "tracert
www.netcologne.de" eingeben (ohne Anführungsstriche) und sofort erscheint
eine Liste mit allen Zwischenstationen, über die das Datenpaket von deinem
Rechner zum angegebenen Webserver (in diesem Fall zum Webserver von "www.netcologne.de")
geroutet wurde und wie lange die einzelnen Etappen gedauert haben. Wenn Du den
gleichen Befehl zu einer anderen Zeit wiederholst, wirst Du sehen, daß
das Datenpaket vielleicht einen etwas anderen Weg gegangen ist, je nachdem,
welche Router gerade verfügbar sind.
Wenn Dich der Transport der Daten im Internet genauer interessiert, dann erkundige Dich einfach nach TCP/IP. (Transmission Control Protocol / Internet Protocol) Das sind die verantwortlichen Protokolle für den Datentransfer im gesamten Internet.
Bleibt noch offen, wie diese Daten Dich überhaupt finden.
Jeder Rechner im Internet hat eine feste Adresse, so wie jedes Haus auch eine
eigene Adresse hat. Weil Computer damit besser klarkommen, bestehen die Internet-Adressen
aus Zahlen. (IP-Adresse) Um genauer zu werden, es sind 4 Zahlen (8bit, also
von 0-255), durch Punkte getrennt. Beispiel: 151.196.196.209
Die Zahlen sind hierarchisch aufgebaut. Anhand der ersten Zahl erkennt man
die Art des Netzwerks. Die größten heißen Class-A-Netze und
deren IP beginnt mit einer Zahl zwischen 1 und 126. A-Netze werden bereits durch
die erste Zahl bestimmt und können mit den weiteren drei Zahlen max 16
Millionen Rechner ansprechen. Etwas kleinere B-Netze beginnen mit einer Zahl
zwischen 128 und 190. Hier geben die beiden ersten Zahlen das Netzwerk an. Es können
65534 Rechner direkt ans Internet angeschlossen werden. Schließlich gibt es kleine C-Netze,
die mit einer Zahl zwischen 193 und 254 beginnen . Hier werden dann die ersten
drei Zahlen der IP-Adresse verwendet, um das Netzwerk zu bestimmen und es können
nur maximal 254 Rechner angeschlossen werden, die durch die vierte Zahl
unterschieden werden. Außerdem können durch zusätzliche Angabe
einer subnet-mask nochmals innerhalb der Rechneradressen Unternetze bestimmt
werden, die eine eigene Verwaltung haben können.
Anhand von Listen suchen die Router geeignete Datenwege, um die Datenpakete
anhand des Netzwerkanteils der IP-Adresse von einem zum anderen Netz zu verschicken
(alle Router im Internet tauschen mit Hilfe eines speziellen Router-Protokolls
in regelmäßigen Abständen und auch immer dann, wenn sich was
ändert, aktuelle Informationen über die verfügbaren Leitungen
aus und speichern diese in ihren Listen). Innerhalb des Netzes wird dann anhand
des Rechneranteils der IP-Adresse zum richtigen Rechner verzweigt.
Man kann eine IP-Adresse (z.B. 151.196.196.209)
direkt im Browser eingeben. Nur liegen uns Menschen diese Zahlenadressen nicht
sonderlich, daher wurde das DNS (Domain-Name-System) eingeführt. Dieses
System funktioniert im Grunde als 'Übersetzer', aus der von uns eingegebenen
Namen-Adresse wird die Zahlen-Adresse - und nur die können Rechner auch
'verstehen'.
Damit das DNS-System funktionieren kann, muß in der Konfiguration des TCP/IP die Adresse
eines DNS-servers angegeben werden: Oft stehen sogar zwei oder mehr DNS-server zur
Verfügung (falls einer mal ausfallen sollte), z.B. bei CompuServe: Erster DNS 149.174.213.5 und zweiter DNS 149.174.211.5 . Oft gibt es aber auch die Option, die Adresse des DNS automatisch vom Provider zuweisen zu lassen.
Wenn man nun nicht die IP, sondern eine Namenadresse im Browser eingibt, die
z.B. so aussieht http://www.netzwelt.com
("www" steht für WorldWideWeb und bezeichnet den für www-Anfragen
zuständigen Rechner; www ist zwar am häufigsten, es kann aber, je
nach dem Zweck des Rechners, auch ein anderer Name sein), "netzwelt"
ist der Name der domain, "com" ist eine der toplevel-domains) so wird
diese an den DNS-server übertragen, der den Namen von rechts nach links
(angefangen mit der toplevel-domain) auswertet und dazu die passende IP raussucht.
Dies alles geht so schnell vonstatten, daß man es kaum bemerkt.
Die Verfahren sind hier nur einfach dargestellt worden, es geht schon fürchterlich kompliziert zu im Internet. Dieser Bericht soll ja auch keine wissenschaftliche Abhandlung sein, sondern eine Beschreibung für den Einstieg, der hoffentlich Lust auf mehr macht!
Viel Spaß !!! Wilfried Arimont
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